Professioneller Flyer für Therapeuten: So erstellst du ihn in 6 Schritten selbst
© AllByOne Karin Henle / Lesedauer 10 Min.
Ein Flyer für deine Praxis: Egal, ob du ihn selbst gestaltest oder gestalten lässt – ich zeige dir in 6 Schritten, welche Inhalte du wählst, wie du den gliederst und worauf du beim Layout achten musst. Was beim Druck wichtig ist und wie du diesen an deine Patienten bringst.
Bevor du mit dem Gestalten startest oder diesen in Auftrag gibst
Solltest du dir auf alle Fälle folgende Frage klären, welche Art und für wen der Fyler sein sollte:
Imageflyer: Er stellt dich, deine Praxis und deine Angebote im Überblick vor.
Eventflyer: Er informiert über ein Event, zum Beispiel deine Praxiseröffnung oder ein Seminar.
Angebotsflyer: Er stellt einen Behandlungsbereich ausführlicher vor. Im Gegensatz zum Imageflyer kann er so genauer über ein Angebot informieren und deinen Patienten zu ihren individuellen Beschwerden, die passenden Informationen liefern.
Als nächstest solltest du dir Gedanken machen, wie gross der Umfang und die Aufteilung des Flyers sein wird.
Nun hast du eine ungefähre Idee vom Umfang, jetzt solltest du klären, wer diesen Flyer drucken kann und was die Kosten sind für die Auflagen. Je nach dem ist es dann besser auf ein anderes Format oder Auflage zu gehen. Nicht jede Druckerei druckt jedes Format und auch die Druckvorgaben sind oft unterschiedlich!
Wenn, du dies alles vorab für dich geprüft hast, gehts nun an den Inhalt und die Gestaltung. Hier zeige ich dir Schritt-für-Schritt, wie du dies selbst tun kannst.
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1. Was willst du mit deinem Flyer erreichen?
Führe dir vor Augen, wer den Flyer erhalten soll. Daran solltest du dich im ganzen Prozess der Flyererstellung orientieren. Denn Layout, Gestaltung und Texte müssen den Geschmack deiner Patienten oder Beinflusser treffen. Falls du dies noch nicht weisst, hilft dir der Blockartikel "Wie erstellt man einen Kunden-Avatar" weiter.
2. Worüber soll dein Flyer informieren?
Überlege dir, welches Problem dein Patient hat und welche Informationen braucht er dazu, um in sein wohlbefinden zu kommen, wenn er deinen Flyer in die Hand nimmt?
Für den Imageflyer könntest du zum Beispiel über folgende Inhalte schreiben:
Was du anbietest? Wie? Und warum?
Beschreibe knapp, welche Therapien du anbietest, wem du damit helfen kannst und gegebenenfalls wie die Therapie abläuft. Du solltest herausstellen, was das Besondere an deiner Praxis ist, also warum du dich von anderen Therapeuten unterscheidest.
Über dich: Wer bist du?
Ein sympathisches Verhältnis zwischen dir und deinen Patienten ist wichtig. Die Chemie muss stimmen. Erzähle deinen Patienten etwas über dich, deine Ausbildung und deine Fähigkeiten.
Kontakt: Wo ist deine Praxis? Wann hat sie geöffnet?
Ziel des Flyers ist die Kontaktaufnahme: Adresse, Telefonnummer, E-Mail und Website dürfen nicht fehlen. Bei ausreichend Platz kannst du ergänzen, wie deine Patienten am besten zu dir kommen und deine Sprechzeiten angeben.
Bring es auf den Punkt. Die Aufmerksamkeitsspanne des Lesers ist kurz. Informiere also knapp über das Wichtigste. Es geht um den Überblick; weitere Informationen können Patienten per Telefon oder auf deiner Website erhalten.
Kurze Sätze und aussagekräftige Überschriften helfen deinem Leser bei der Leseführung. Sprich deine Leser möglichst persönlich an und erkläre Fachbegriffe.
Achte aber auf die Formulierungen, denn als Therapeut darfst du keine Versprechen geben.
3. Wie sollte dein Flyer gegliedert sein?
Packe nur das Wichtige in den Flyer und überlade ihn nicht mit Informationen, denn zu viel Text liest keiner. Biete deinem Leser aber trotzdem so viel Mehrwert wie möglich an.
Layout
Dein Flyer muss übersichtlich und ansprechend sein. Dann findet sich dein Leser gut zurecht. Ideal ist eine gute Balance aus Text und Bildern. Auch Weissraum (leerer Platz) ist kein verschwendeter Platz, sondern hilft, deine Inhalte besser zu gliedern. Wenn du Bilder Bilder bis an den Rand gestaltest, sollten diese noch mindestens eine Zugabe von 3 mm haben. Damit keine weissen Blitzer entstehen. Ansonsten setze das Bild mindestens 3 mm weiter rein.
Tipp: Lass dich am besten zunächst von anderen Flyern inspirieren. Was gefällt dir gut, was gefällt dir nicht? Was willst du übernehmen, was willst du besser machen?
Anschliessend zeichnest du dein Flyerlayout mit Bleistift vor. Nutze einfach Kästen und Balken für die verschiedenen Text- und Bildelemente. So siehst du schnell, welche Aufteilung dir gefällt.
Aufteilung
Die Titelseite ist das erste, was dein Patient sieht. Sie entscheidet, ob er nach deinem Heilpraktiker-Flyer greift. Dein Logo und Name sollten unbedingt zu sehen sein. Eine knackige Überschrift und Text verdeutlichen, worum es in dem Flyer geht. Ein Foto spricht emotional an.
Die Inhaltsseiten zeichnen sich durch eine ansprechende Gliederung aus. Jeder Gedanke sollte durch einen Absatz getrennt sein, jedes Thema durch eine neue Überschrift. Bilder, Textkästen, Zitate, Striche oder Aufzählungen helfen, die Inhalte abwechslungsreich zu gliedern.
Die Kontaktdaten heben sich deutlich von den anderen Inhalten ab. Sie sind am wichtigsten. Am besten ist eine eigene Seite oder ein extra Kasten.
Format
DIN lang ist wahrscheinlich das bekannteste Flyerformat. Es ist etwa eine 3-fach gefaltete A4-Seite. Eine Aufteilung könnte sein:
Umsetzung Imageflyer Titel-, Klapper-, Rückseite: Einladende Titelseite (rechte Seite), auf der eingeklappten Rückseite (linke Seite) stellst du dich vor und die letzte Seite (in der Mitte), die zusammengeklappt die Flyerrückseite ist, enthält alle Kontaktdaten ggf. alle Therapieformen.
Umsetzung Imageflyer Innenseiten: Auf den Innenseiten (links), (mitte), (rechts) gut gegliedert die Details deiner Angebote bzw. Leistungserbrinung.
4. Wie willst du deinen Flyer gestalten?
Dein Flyer sollte ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Orientiere dich an deinem Praxisauftritt, um ein einheitliches Bild zu schaffen.
Farben
Nutze eine Farbe, die hervorsticht. Sie muss nicht grell sein, auch eine gedeckte Farbe oder ein harmonischer Farbkontrast schaffen Aufmerksamkeit.
Welche Farbe nutzt du bereits in deinem Logo und anderen Werbemitteln? Sie schafft den idealen Wiedererkennungswert deiner Praxis. Um mehr Farben zu erhalten, kannst du diese transparent abstufen, eine weitere harmonische Farbe wählen oder mit verschiedenen Grautönen arbeiten.
Schrift
Achte auf eine gute Lesbarkeit, auch ohne Brille. Vor allem der Fließtext sollte eine klare, ruhige Schriftart haben. Schreibschrift oder Handschrift ist meist nicht gut lesbar! Auch reine Gross- oder Kleinbuchstaben sind für das Auge schwieriger zu entziffern.
Um für Abwechslung zu sorgen, kannst du eine weitere, harmonierende Schriftart, beispielsweise für die Überschrift, wählen. Aber es gilt: Nicht mehr als zwei Schriftarten und drei Schriftgrössen.
Bilder
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Mit Bildern sprichst du die Emotionen deiner Leser an. Sie stechen ins Auge und bleiben auch besser im Kopf. Das solltest du nutzen.
Wähle Bilder, die zu deinem Thema passen, die deine Zielgruppe ansprechen, farblich stimmig und qualitativ hochwertig sind. Schlecht fotografierte oder gestellte Bilder wirken billig. Auch ein Bild von dir sollte unbedingt auf den Flyer.
5. Was musst du beim Druck beachten?
Lass deinen Flyer von einer anderen Person korrigieren und gegenlesen! Rechtschreibfehler, missverständliche Aussagen oder Patzer im Design können nach dem Druck nicht geändert werden.
Druckvorbereitung
Damit dein Flyer gedruckt genauso aussieht wie auf dem Bildschirm, musst du unbedingt die Angaben der Druckerei beachten. Lass dir am besten von einem Grafiker helfen. Manchmal hilft dir auch die Druckerei oder überprüft zumindest deine Daten. Das wichtigste kurz zusammengefasst:
Farbraum: Es gibt den CMYK- und RGB-Farbraum. Normalerweise wird für den Druck CMYK genutzt.
Beschnitt: Der Flyer wird gewöhnlich mit 3 mm Rand gedruckt und dann zugeschnitten. Geht ein Bild bis zum Flyerrand, muss es zum Beschnittrand verlängert werden.
Schrift: Die Schrift sollte eingebettet sein. Das heisst, die Schriftinformationen werden in das Dokument übertragen.
Bilder: Die Bilder müssen die richtige Auflösung haben. Im Druck sind das optimalerweise 300 dpi.
Format: Meist fordert die Druckerei ein druckfertiges PDF.
Druckmöglichkeiten
Auch die Haptik („Tastsinn“) ist wichtig. Ein festes Papier wirkt viel hochwertiger als ein leichter, „labbriger“ Flyer – das überträgt sich unterbewusst auch auf den Eindruck deiner Patienten. Es lohnt sich, zu investieren.
Neben festerem Papier gibt es weitere Auswahlmöglichkeiten wie die Papierstruktur, Prägungen oder Lack. Das kostet natürlich mehr.